Female Art – 5 Ausstellungen für den Sommer

Weil ihr nicht ewig in der Sonne liegen könnt, sorgen unsere fünf Kunsttipps für ein wenig Abwechslung in eurem Sommer. Erfreut euch von Mai bis August an verstörenden Skulpturen, Schwarz-Weiß-Zeichnungen und Queer Art.

Bild: Peres Projects

Lisa Purzitza

Eva & Adele – L’Amour du Risque (27.04.2018 bis 27.08.2018)
Me Collectors Room Berlin
„Over the Boundaries of Gender“ – so lautet das künstlerische Konzept des Künstler*innenpaares Eva & Adele. Es ist gleichzeitig auch ihr Lebenskonzept, denn Performance und Privatleben werden bei den beiden radikal zusammen gedacht. Deshalb wird man traditionelle Weiblichkeits*- und Männlichkeits*darstellungen bei ihnen auch nicht finden – das Paar lässt seine Rezipient*innen im Unklaren über seine Geschlechtsidentität. Die Ausstellung „Eva & Adele – L’amour Du Risque“ ist eine retrospektive Gesamtinstallation, in der ihre Werke der letzten 25 Jahre zu betrachten sind. Dafür werden ganze Werkkomplexe aus den Bereichen Zeichnung, Malerei, Fotografie, Video und Skulptur gezeigt sowie ihre selbstentworfenen Kostüme und Kostümpläne. Noch bis zum 27. August könnt ihr die Ausstellung im Me Collectors Room erleben.

Rebecca Ackroyd – The Mulch (27.04.2018 bis 15.06.2018)
Peres Projects
Die Künstlerin Rebecca Acroyd ist nicht gerade dafür bekannt, seichte Kunst zu produzieren. Die blutverschmierten Gipsskulpturen, die in der Ausstellung „The Mulch“ gezeigt werden sind nichts für schwache Gemüter. Die Gesichter der Figuren sind unter Brillen, Perücken und Helmen versteckt. Dort wo Brüste sein könnten, fließt rote Farbe, der Unterleib ist herausgeschnitten. An anderer Stelle liegen Muschelschalen und kokonartige hohle Gegenstände und Fässer auf dem Boden herum. Acroyd selbst will nicht, dass ihre Kunst überinterpretiert wird, wer dennoch einen Versuch wagen will, sollte bis zum 15. Juni im Peres Projects bei ihrer Ausstellung „The Mulch“ vorbei schauen.

Monika Baer – Die Einholung (28.04.2018 bis 16.06.2018)
Galerie Barbara Weiss
Auch die Kunstwelt ist vor Sexismus nicht gefeit – so behauptete der deutsche Künstler Georg Baselitz 2013, Frauen* könnten einfach nicht malen. Dass dies ein höchst rückschrittlicher Mythos ist, beweist einmal mehr die Künstlerin Monika Baer, deren Werke noch bis zum 16. Juni in der Galerie Barbara Weiss zu bestaunen sind. Die Zeichnungen aus ihrer aktuellen Ausstellung „Die Einholung“ zeigen nicht nur ihr außergewöhnliches Können – die Hände, Schiffe und Figuren scheinen aus den Bildern herauszuragen – sie sind auch Abbild einer höchst komplexen Ideenwelt. Absolut sehenswert!

Lesbisches Sehen (10.05.2018 bis 20.08.2018)
Schwules Museum
100 Jahre Frauen*wahlrecht müssen gefeiert werden – deshalb erklärt das Schwule Museum 2018 kurzerhand zum Jahr der Frau_en. Neben Filmen, ganztägigen Positorien und Partys ist die Ausstellung „Lesbisches Sehen“ ein Highlight des Programms. Hier wird den Perspektiven und Positionen queerer FLTI* (Frauen, Lesben, Trans, Inter) aus über 100 Jahren Raum gegeben und das Werk von mehr als 30 Künstler*innen gezeigt. Was bedeutet lesbisches Sehen? Woran erkennt man es? Gibt es Überschneidungen in den Werken und wenn ja, wie sehen sie aus? Die Ausstellung unternimmt den schwierigen Versuch einer Definition und würdigt gleichzeitig die vielfältige und facettenreiche Kunst queerer Künstler*innen.

Ich habe mich nicht verabschiedet | Frauen im Exil ( bis
Museum Europäischer Kulturen
Frauen*, die aus den unterschiedlichsten Gründen in Deutschland im Exil leben, werden teilweise vor Herausforderungen gestellt, die sie in ihren Grundfesten erschüttern. Manche müssen durch Krieg, Vertreibung und Flucht plötzlich auf eine Weise Verantwortung übernehmen, die bisher nicht mit ihrer Rolle vereinbar war – andere schöpfen aus diesen Erfahrungen ganz neue Kraft. All das sieht man ihnen an, wenn man genau hinschaut, den Frauen*, die Heike Steinweg in ihren Fotografien portraitiert hat. Weder ihre unterschiedlichen kulturellen Hintergründe, noch ihre Schicksale werden direkt thematisiert – alle schauen selbstbewusst in die Kamera. Wer neugierig geworden ist, kann die Ausstellung noch bis zum 15. Juli im Museum Europäischer Kulturen besuchen.

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